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50+1 Regel

Konterhoibe
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Re: 50+1 Regel

Beitrag von Konterhoibe » Fr 2. Feb 2018, 09:59

Ich glaube zwar das 50+1 in dieser Form wie es jetzt ist auf lange Sicht abgeschafft wird, allerdings glaube ich auch das wir für den Deutschen Fußball ein derartiges Mahnmal sind das dort sicher auch über eine Lösung nachgedacht werden muss wie man die Vereine vor solchen "Geschäftsleuten" wie HI schützen kann.

50+1 wird allerdings nicht von Heute auf Morgen fallen, das wird sich noch Jahrelang hinziehen bis da überhaupt eine Entscheidung getroffen wird. Für uns heißt das hoffen das HI vorher verschwindet, oder Pleite geht. Was man so von seinen "Firmen" hört gehts da gerade ganz schön bergab für den, mittlerweile, "nur" noch Millionär.


tomandcherry
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Re: 50+1 Regel

Beitrag von tomandcherry » Fr 2. Feb 2018, 11:11

@ Arik und Konterhoibe

60 war seinerzeit in einer schier auswegslosen Situation ohne Alternative zu HI und seinem Geld. Was wäre gewesen, wenn man sich damals seinem Einstieg verweigert hätte? Insolvenz. Wer hätte zu der Zeit diesen Schritt als besser erachtet, als einen „Wiederbelebungsversuch“ durch die „sprudelnden Geldquellen“ des Milliardärs aus dem Nahen Osten. Wer hätte vor sieben Jahren daran gedacht, dass es nicht nur sportlich nicht voran, sprich: deutlich nach oben, geht, sondern ganz im Gegenteil alles noch viel schlimmer kommt. Sowohl betriebswirtschaftlich, als auch sportlich. Die Erfahrungen, die wir mittlerweile gesammelt haben, wären vor HI‘s Einstieg hilfreich gewesen.

Da bin ich ganz bei Dir, Arik, 60 München dient mittlerweile als abschreckendes und warnendes Beispiel, wie andere Vereine es nicht machen sollten. Wenn man nämlich nicht von Anfang an so unter Druck steht, dass man mehr oder weniger gezwungen ist, einen Investor an Bord holen zu müssen, kann es m.E. durchaus zu erfolgversprechender Partnerschaft (!) führen. Schließlich wollen beide Seiten dasselbe erreichen: Sportlichen und betriebswirtschaftlichen Erfolg. Wieso sollte das von vorneherein zum Scheitern verurteilt sein.

Und ob es noch „lange“ dauert und HI bis dahin „verschwunden“ ist, heißt doch nicht, dass es 60 dann wesentlich einfacher hat, einen alternativen Geldgeber, sprich: Investor, zu bekommen? Und ohne Geld, egal von welcher Seite es letzten Endes kommt, wird 60 nie wieder irgendeine Rolle im Profi-Fußball spielen. Oder meinst Du, Konterhoibe, dass sich die Regionalliga dauerhaft ohne Geld - unabhängig von der Höhe der Summe - finanzieren lässt? Und bei einem Aufstieg in die 3. Liga braucht 60 ebenfalls Geld, allerdings schon deutlich mehr, als in der RL Bayern. Ohne finanzkräftige Unterstützung geht dort jedem Verein sehr schnell die Luft aus. Von den beiden oberen Spielklassen ganz abgesehen.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass es 60 ohne Investor - wer auch immer das sein wird - nicht mehr in den höheren Profi-Fußball zurückschaffen wird. Selbst als Drittligist wäre es m.E. auf längere Sicht unmöglich, sich dort im oberen Tabellendrittel zu etablieren, von einem Aufstieg ganz zu schweigen.

Wir müssen die Realität einfach akzeptieren. Und die sieht so aus, dass man von „Tradition“ und „Deutscher Meister 1966“ nicht mal eine Leberkässemmel und eine Halbe Bier bekommt. Es braucht Kompetenz, durchdachte und tragfähige Konzepte, sportliche Erfolge und - Geld. Sehr viel Geld, wenn man irgendwann wieder mindestens zweitklassig kicken möchte.


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Re: 50+1 Regel

Beitrag von Konterhoibe » Fr 2. Feb 2018, 12:29

@tomandcherry

Es gibt ja, laut mehreren Berichten, einen Finanzplan für die nächsten 2 Jahre, in welchem auch die 3. Liga eingeplant und Finanziert ist, und das ohne Geld des Investors. Ich bin immernoch nicht bereit zu glaube das es ohne Investor unmöglich ist wieder in den Profibereich zu kommen. Schwierig? Ohne Zweifel. Unmöglich, glaube ich nicht, nur wird es sehr lange dauern.

Unser Problem ist und bleibt HI und die von ihm verursachten Schulden die wir bei ihm haben, dank seiner tollen letzten Saison.

Der Abstieg, so dramatisch er auch war, hat uns viel Geld gekostet aber gleichzeitig auch große Kosten abgeschafft (Miete Arroganz Arena etc.)

Klar, jeder Verein braucht finanzstarke Partner, aber das muss kein Investor sein sonder kann, wie bei uns im Moment, ein Zuverlässiger Sponsor wie die Bayerische sein. Es wurden ja auch schon jetzt, trotz Abstieg in die 4. Liga, ein haufen Sponsoren gefunden und es wird zudem, zum ersten mal seit Jahrzenten, nur Geld ausgegeben das wir auch wirklich haben. (Siehe geplatzter Transfer Perdedaj)

Darüber nachzudenken ob, wenn wir damals eher in die Insolvenz gegangen wären jetzt besser dastehen würden, ist müßig. An der Situation wie sie jetzt ist kann man nichts ändern auf die schnelle.

Was der Verein aber tun kann, und aus meiner Sicht tut, ist den ganzen Verein wieder auf gesunden Finanzielle und Sportliche Füße zu stellen, und das halt auf die Art und Weiße wie wir im Moment können. Das es Leute gibt die einen Kurs der Finanziell absolut notwendig und Sinvoll ist kritisieren (Hallo OG) ist einfach nur noch Idiotie.


SechzgeMax
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Re: 50+1 Regel

Beitrag von SechzgeMax » Mo 5. Feb 2018, 15:29

Kind lässt Antrag zur Übernahme von Hannover 96 ruhen

Das Präsidium des DFL Deutsche Fußball Liga e.V. hat zur Kenntnis genommen, dass Hannover 96 und Herr Martin Kind ihren Antrag auf Erteilung einer Ausnahme-Genehmigung von der 50+1-Regel ruhen lassen. Ein entsprechendes Schreiben ist bei der DFL am heutigen Vormittag eingegangen.

Vor diesem Hintergrund ist bis auf Weiteres keine Entscheidung des DFL-Präsidiums in dieser Angelegenheit erforderlich. Die Mehrheitsverhältnisse bei Hannover 96 bleiben demnach unverändert.

Unabhängig davon erkennt das DFL-Präsidium – auch angesichts der zahlreichen internen und öffentlichen Diskussionsbeiträge von Club-Vertretern in den vergangenen Tagen und Wochen – einstimmig die Notwendigkeit einer ergebnisoffenen Grundsatzdebatte innerhalb des DFL e.V. und seiner Gremien. Aus Sicht des DFL-Präsidiums erscheint es zweckmäßig, in den kommenden Monaten die Formulierung und Umsetzung der 50+1-Regel zu überprüfen und dabei zu erörtern, wie wichtige Prinzipien der gelebten Fußball-Kultur in Deutschland zukunftssicher verankert werden können und ob gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen sind.

Dieser Diskussionsprozess erfolgt unabhängig vom weiteren Vorgehen von Hannover 96 und Herrn Kind. Seitens der DFL gibt es weder mit Blick auf den Ablauf des ligainternen Diskussionsprozesses noch mit Blick auf mögliche Inhalte einer eventuellen Neuregelung irgendwelche Zusagen an Hannover 96 oder Herrn Kind. Beschlüsse in Bezug auf Satzungsänderungen im Bereich der DFL obliegen der Mitgliederversammlung der 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga.
Quelle: https://www.dfl.de/de/home/hannover-96- ... batte.html (05.02.2018)


Konterhoibe
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Re: 50+1 Regel

Beitrag von Konterhoibe » Di 6. Feb 2018, 10:25

Ich glaube als Löwenfan ist man im Bezug auf 50+1, egal in welche Richtung man tendiert, schon völlig Entschieden.

Für mich darf 50+1 unter gar keinen Umständen fallen. Das ist für mich einfach nur wegen Ismaik. Da dieser Mann bewiesen hat das er A. nicht Vertrauenswürdig und B. in jedem Belang völlig Unfähig ist die richtigen Entscheidungen zu treffen, muss 50+1 als Rettungsleine für unseren Verein bleiben!

Aber genau da liegt das Problem. Die anderen Vereine in Deutschland haben, Gott sei Dank, keinen Ismaik. Diese Vereine haben evtl. einen Partner an der Hand der, hoffentlich, Sinnvoll mit ihnen arbeiten würde. Nur uns als Abschreckendes Beispiel anzuführen um 50+1 bestehen zu lassen wäre, auch wenn ich das nicht gerne sage, Unfair und Unsinnig.

Wobei unser Fall in dieser ganzen Diskussion um 50+1 durchaus auch in das Blickfeld der größeren Öffentlichkeit gehört. Warum?
Eben weil wir einen Investor haben der sich gegen jedwede Zusammenarbei gewehrt hat und seine Allmachtsfantasien ausleben will/wollte. Es sollte durchaus für jeden Verein in Deutschland eine Warnung sein was mit uns passiert ist.

Für EINE Saison war bei uns 50+1, faktisch, aufgehoben und Ismaik hat tun und lassen können was er wollte. Das Ergebniss davon hat uns Deutschlandweit Hohn eingebracht, und Mitleid - beides Dinge auf die ich hätte verzichten können.

Ich bin es Leid das unser Verein, der trotzallem immer noch Anhänger in ganz Deutschland hat, nur noch mit diesem einen absolut Unfähigen Investor in Verbindung gebracht wird. Unsere komplette Historie ist, quasi, weggespült von einem Investor der sich profiliern will.

Ich kann jeden verstehen der glaubt das es nur noch mit dem großen Geld in den Profifußball gehen kann, was für mich persönlich Unsinn ist. Die Frage ist doch: Ist Erfolg erstrebenswert wenn es heißt die eigene Vereinsseele zu verkaufen? Muss man für den Erfolg jedes Prinzip über Bord werfen?

Schaut man nach England sind dort die Ticketpreise mittlerweile so hoch das kaum noch Normalbürger in die Stadien können.
In Italien sind die Stadien leer und der große AC Mailand ist an einen, evtl., noch windigeren Investor verkauft worden als bei uns.

In Deutschland? Mit 50+1 haben wir, großteils, Ausverkaufte Stadien und, meiner Meinung nach, Europaweit die beste Stimmung und das am buntesten gemischte Publikum das man sich vorstellen kann.

Ich bin nicht so Blind zu behaupten das alles Super funktioniert, 50+1 ist bei manchem Verein praktisch eh schon aufgehoben (RB,Hoffenheim,Leverkusen,Wolfsburg). Aber diese paar Vereine dürfen nicht als Fakt überwiegen für den gesamten Rest von Fußballdeutschland.

Abschließend, weil ich sonst noch einen ganzen Roman schreibe, will ich nur hoffen das die Entscheidungsträger nicht nur auf ihren Geldbeutel hören. Der Fußball ist schon kommerziell genug, diese Leute sollten nicht die vergessen die den Fußball erst so groß gemacht haben: die Fans. Die Fans MÜSSEN für mich, in irgendeiner Form, in den Entscheidungsprozess involviert werden.


tomandcherry
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Re: 50+1 Regel

Beitrag von tomandcherry » Di 6. Feb 2018, 14:02

Konterhoibe hat geschrieben:
Di 6. Feb 2018, 10:25
Der Fußball ist schon kommerziell genug, diese Leute sollten nicht die vergessen die den Fußball erst so groß gemacht haben: die Fans. Die Fans MÜSSEN für mich, in irgendeiner Form, in den Entscheidungsprozess involviert werden.
Servus, Konterhoibe!

Deinen letzten Absatz möchte ich gerne aus meiner ganz persönlichen Sicht kommentieren.

"Der Fußball ist schon kommerziell genug..." schreibst Du.

Ja, und trotzdem wird es m.E. noch weitaus kommerzieller werden, denn angeblich steht nichts weniger als "die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga auf dem Spiel".

Einerseits werden "die Unaussprechlichen" zum sechsten mal in Serie Deutscher Meister, andererseits gibt es de facto keine Konkurrenz und deshalb keine echten Meisterschafts-Zwei-oder-Dreikämpfe mehr. Wie sollen sich Vereine aus Dortmund, Leipzig, Hoffenheim... halbwegs als Konkurrenten gegenüber den "Seitenstraßlern" in Szene setzen, wenn beinahe jede Saison die besten Spieler dieser Vereine "in die schäbige Straße" abwandern und dadurch der jeweils abgebende Verein sportlich geschwächt wird?

Die Pseudo-Konkurrenz der Roten hätte m.E. nur dann eine realistische Chance auf den Meistertitel, wenn entweder die Bayern sportlich einbrechen würden (was, pardon, eher als unrealistisch anzusehen ist), oder eben durch den Einstieg von finanziell potenten Geldgebern, sprich: Investoren, auch aufrüsten und sich mit entsprechend überdurchschnittlichen Spielern eine halbwegs schlagkräftige Mannschaft zusammenkaufen können.

Meine Meinung ist, dass der Fußball seit etlichen Jahren schon in einer derart rasanten Verkommerzialisierungs-Spirale steckt, dass diese nicht mehr aufzuhalten ist. Die TV-Verträge waren vor einigen Jahren der Anfang, mittlerweile werden Spieltage Salami-weise aufgestückelt, das Montag-Abend-Spiel der BuLi ist da erst der vorläufige "Höhepunkt" in dieser Entwicklung.

In der CL gibt es nach meinem Kenntnisstand ab nächster Saison ebenfalls zwei unterschiedliche Anstoßzeiten je Spieltag (19:00 und 20:45 Uhr) und auch das wird noch lange nicht das Ende der berühmten Fahnenstange sein. Da geht noch mehr, viel mehr. Ich weise auf "die Auslandsvermarktung" hin, speziell der asiatische Markt ist doch seit einigen Jahren immer stärker in den Fokus der DFL gerückt. Wieso nicht mal ein DFB-Pokalfinale in Schanghai, Peking, Tokio oder Singapur? Oder Saison-Auftaktspiele in Katar? Der Fantasie sind keine Grenzen mehr gesetzt. Alles ist möglich. Sprichwörtlich.

Und schuld an dieser sich immer weiter vom einfachen Fan entfernenden Entwicklung ist wer?

Wir. Ja, wir alle.

Indem wir in die Stadien rennen, egal zu welchem Spiel, an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit auch immer. Indem wir die Quoten der ARD-Sportschau, der Live-Spiele im TV oder die Anzahl der Sky-Abos erhöhen. Indem wir die CL-Spiele anschauen, egal ob es das unbedeutendste Gruppenspiel oder das Finale ist. Indem wir uns alles, was uns eigentlich missfällt am "Geschäft Profi-Fußball", von "denen da oben" aufdrücken lassen und es mehr oder weniger unkritisch akzeptieren und als "ist halt so, ich kann's nicht ändern" achselzuckend zur Kenntnis nehmen.

Was wäre los, wenn sich ausnahmslos alle Zuschauer der Bundesliga, 2. Liga, 3. Liga und von mir aus auch noch der Regionalligen an ein oder zwei Spieltagen solidarisch erklären und auf den Besuch der Spiele komplett verzichten würden? DAS wäre mal eine Ansage. Was glaubst Du, wäre dann geboten?

Aber Du hast es ja in Deinem Beitrag selbst geschrieben:

"In Deutschland? Mit 50+1 haben wir, großteils, Ausverkaufte Stadien und, meiner Meinung nach, Europaweit die beste Stimmung und das am buntesten gemischte Publikum das man sich vorstellen kann."

Und so ziemlich die langweiligste höchste Spielklasse mit der bereits nach wenigen Wochen schon absehbaren Meisterschaftsentscheidung zu Gunsten des übermächtigsten, reichsten und "sympathischsten" Vereins der Bundesliga.

"Stell' Dir vor, es ist Bundesliga-Spieltag, keiner geht mehr hin und keiner schaut mehr zu?"

Das wäre der richtige Ansatz, um diesen unerträglichen Trend mehr und immer noch mehr aus den Fußball-Fans herauszupressen, endlich zu stoppen und dadurch eine Rückwärtsbewegung in Gang zu setzen.

Wird wohl bis auf weiteres (m)ein Wunschtraum bleiben.


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Re: 50+1 Regel

Beitrag von Konterhoibe » Di 6. Feb 2018, 14:56

@tomandcherry du hast völlig Recht, der Fußball wird immer noch Kommerzieller werden. Aber das muss einem ja nicht gefallen.

Ob man noch etwas dagegen tun kann ist die Frage, etwas versuchen wäre natürlich schön. Wobei da das Problem sein dürfte das die Breite Maße nichts mit dem Begriff an sich anfangen kann und schon gar nicht für einen Stadionboykott zu haben wäre, die Ultras der Vereine vielleicht schon eher, aber ob das dann wirklich viel bringt?

Im Prinzip bin ich ja froh das es so viele Übertragungen gibt und man ständig irgendwo Fußball schauen kann, einfach weil ich gerne Fußball schaue. Gerade Champions Leauge ist zum eine nur noch purer Kommerz, zum anderen aber auch richtig schöner Fußball.

Das eine wird ohne das andere, leider, nicht mehr gehen. Aber wenn dann sollte man das ganze zumindest in die richtigen Bahnen lenken.

Im übgrigen bezweifle ich das Investoren in der Deutschen Liga viel an dem bisherigen Situation mit dem Titelabonement der Roten ändern würde. Dazu haben diese A. zu gut gearbeitet und eine zu gute Manschaft und B. wird der Name Bayern immer Spieler anziehen, egal wie viel ihnen die eigenen Vereine bieten würden.

Geld ist bei vielen Vereinen ja eh genug da. Mir kann keiner erzählen das Dortmund nicht genug Geld hätte, nur klappt es da im Moment mit der gesamten Manschaft nicht. In Leverkusen wird zurzeit gut gearbeitet und da wächst etwas heran, aber Leverkusen ist eben zum Beispiel nicht München und hat nich den Reiz wie die Roten.

Wenn große Vereine anklingeln werden viele Spieler, egal wo sie sind, gehen - da würde aus meiner Sicht auch ein Investor nicht wirklich etwas ändern.


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Re: 50+1 Regel

Beitrag von ArikSteen » Di 6. Feb 2018, 16:51



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Re: 50+1 Regel

Beitrag von tomandcherry » Mi 7. Feb 2018, 10:19

Servus, Konterhoibe!

Danke für Deine sehr ausführliche Antwort auf meinen letzten Kommentar.

Lass' mich noch zu der ein oder anderen Aussage von Dir Stellung nehmen.
Konterhoibe hat geschrieben:
Di 6. Feb 2018, 14:56
Im Prinzip bin ich ja froh das es so viele Übertragungen gibt und man ständig irgendwo Fußball schauen kann, einfach weil ich gerne Fußball schaue. Gerade Champions Leauge ist zum eine nur noch purer Kommerz, zum anderen aber auch richtig schöner Fußball.
Da bin ich komplett anders eingestellt. Ich sehe auch gerne Fußball, keine Frage. Seit meinem ersten Stadionbesuch im "Greawoida" vor über 40 Jahren bin ich Fußball-Fan mit Leib und Seele und kann mich sowohl für das Live-Erlebnis, als auch für TV-Fußball begeistern. Allerdings mit deutlich abnehmendem Interesse, was den Glotzkisten-Kick betrifft. Mir wird mittlerweile zu viel Fußball übertragen, weil es eigentlich kaum noch einen Wochentag gibt, an dem nicht irgendein Spiel aus irgendeiner Liga live im TV übertragen wird. Und dabei nutze ich noch nicht mal die Pay-TV-Abos von Sky und Konsorten. Sondern ausschließlich Free-TV. Ich empfinde es schon so, als ob ich jeden Tag mein Lieblingsessen vorgesetzt bekäme. Das würde mir dann auch irgendwann nicht mehr schmecken. Bei der Nationalmannschaft schaue ich seit Jahren keine Quali-/Freundschaftsspiele mehr, eigentlich nur noch EM-/WM-Endrunde. Mit Champions League-Übertragungen ist es auch so, dass ich mir die sportlich vollkommen uninteressante Gruppenphase spare, Europa League schaue ich überhaupt nicht. DFB-Pokal-Spiele auch fast keins mehr. In gefühlt 80 % der Partien gibt's eine FCB-Beteiligung, gestern war mal ein Ausnahmefall, weil Paderborn - FCB um 18:30 Uhr halt weniger interessant ist, als Bayer 04 - Bremen um 20:45 Uhr. Jedenfalls empfinde ich die schier unendliche Anzahl an TV-Fußball-Übertragungen vollkommen überzogen. Aber das ist lediglich meine ganz persönliche Meinung.
Konterhoibe hat geschrieben:
Di 6. Feb 2018, 14:56
Das eine wird ohne das andere, leider, nicht mehr gehen. Aber wenn dann sollte man das ganze zumindest in die richtigen Bahnen lenken.
Tja, wie will man das "in die richtigen Bahnen lenken"? Dazu gibt's m.M. nach viel zu viele höchst unterschiedliche Definitionen von "richtige Bahnen".
Konterhoibe hat geschrieben:
Di 6. Feb 2018, 14:56
Geld ist bei vielen Vereinen ja eh genug da. Mir kann keiner erzählen das Dortmund nicht genug Geld hätte, nur klappt es da im Moment mit der gesamten Manschaft nicht. In Leverkusen wird zurzeit gut gearbeitet und da wächst etwas heran, aber Leverkusen ist eben zum Beispiel nicht München und hat nich den Reiz wie die Roten.
Geld ist bei etlichen Vereinen genügend vorhanden, da hast Du natürlich absolut recht. Neben den von Dir genannten Vereinen fällt mir u.a. noch RB Leipzig oder Hoffenheim ein. Da wird's garantiert nicht am Geld scheitern. Nur: Wenn ein anderer, von mir aus auch ausländischer Club, mit deutlich höheren Verdienstmöglichkeiten lockt, wird wohl jeder Spieler ernsthaft einen Vereinswechsel in Betracht ziehen? Und es ist m.E. schon ein Unterschied, ob die Premier League mit ihrem exorbitant gut dotierten TV-Vertrag einen Spieler ködern kann, der dort mal eben locker das Doppelte verdienen kann. Da kann selbst unser deutscher Branchenprimus nicht immer mithalten und lässt Spieler lieber ziehen. Dieses finanzielle Ungleichgewicht könnten Investoren bei Modifizierung/Wegfall der "50+1" durchaus ausgleichen.
Konterhoibe hat geschrieben:
Di 6. Feb 2018, 14:56
Wenn große Vereine anklingeln werden viele Spieler, egal wo sie sind, gehen - da würde aus meiner Sicht auch ein Investor nicht wirklich etwas ändern.
Da stimme ich Dir durchaus zu. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass ein mittelmäßiger Premier League-Verein dann z.B. nicht mehr so ohne weiteres Spieler aus der BuLi locken kann, wenn ein Investor z.B. diesen Spieler bezahlt bzw. dem Verein die finanziellen Möglichkeiten eröffnet, den Spieler durch ein deutlich höheres Gehalt weiterhin an sich zu binden.

Ob man diese Entwicklung nun begrüßt oder nicht - das muss jeder für sich alleine entscheiden.

Dass "50+1" über kurz oder lang in seiner momentanen Form nicht mehr weiterbestehen wird, davon bin ich ziemlich überzeugt. Das wird sich m.E. auch aus rechtlicher Sicht (Europ. Recht bezgl. freiem Wettbewerb) nur schwer aufrechterhalten lassen. Und die Berichterstattung der letzten Zeit zu diesem Thema bestärkt mich noch in meiner Annahme. Wir beide werden es bestimmt noch erleben.


Konterhoibe
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Re: 50+1 Regel

Beitrag von Konterhoibe » Mi 7. Feb 2018, 11:07

Ich stimme dir voll und ganz zu das es teils fast schon zu viel Fußball im TV gibt, wobei ich ja wie gesagt da nicht komplett traurig drüber bin. Gerade Champions League schaue ich gerne weil es immer mal wieder Überraschungen gibt, wie dieses Jahr Basel, die eine grandiose Gruppenphase gespielt haben mit der glaube ich so keiner gerechnet hat.

Es ist immer schwierig zu sagen wohin das ganze Fußballgeschäft noch gehen wird, problematisch sind dabei vor allem die Leute an der Spitze die mehr die eigenen, finanziellen, Interessen im Auge haben als das gesamt Bild des Sports. Ich will jetzt nicht behaupten das es bei uns schon so schlimm ist wie z.B. in Italien, wo scheinbar jeder Offizielle korrupt ist, aber ganz sauber sind die feinen Herrn beim DFB definitiv nicht. Meine Hoffnung liegt hier in den Vereinen, die dann hoffentlich auch auf die eigenen Fans hören, und nicht jeder Forderung nachgeben. Natürlich ist für die Vereine hier extremst viel Geld zu holen, aber ist es das Wert?

Ich glaube mit der Erfahrung die wir gemacht haben mit unserem "größten Löwenfan allerzeiten" würden viele lieber jetzt noch in die Insolvenz gehen bzw. hätten das damals am liebsten gesehen. Ich gebe zu das ich damals froh war das wir einen Investor hatten der uns quasi am Leben gehalten hat. Jetzt könnte ich mich dafür Ohrfeigen. Ich mache den damals Verantwortlichen nicht mal einen Vorwurf das sie dadurch versucht haben die Insolvenz zu verhindern, das war ja auch ihre Pflicht. Allerdings mache ich allen vergangenen Verantwortlichen einen Vorwurf das diese es überhaupt so weit haben kommen lassen.

Mit England und den dortigen TV-Verträgen, welche für mich schon Absurd sind, werden wir wohl nie mithalten können. Zum einen weil der Englische Fußball durch die verschiedenen Nationalitäten und die Sprache für viel mehr Leute ansprechend sind, und zum anderen weil dort noch ein viel größerer Zirkus veranstaltet wird als bei uns. Das ist ja teils mehr Show als Sport, wenn auch trotzdem schöner Fußball.

Wo es am Ende hingeht mit 50+1 wird man sehen. Die Frage die man den Leuten stellen muss ist für mich: Wollt ihr Sport oder Show?

Das der Helene Fischer auftritt in der HZ-Pause des Pokalfinale so niedergemacht wurde (nix gegen die Dame persönlich) ist für mich zumindest ein gutes Zeichen das die meisten Leute nach wie vor den Sport bevorzugen anstatt die Show.


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